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Rente - Rentenanpassung

Die Rentenanpassung 2011- Rentnerinnen und Rentner profitieren kaum von der guten Lohnentwicklung

(Stand: 11/2011)

Trotz einer außergewöhnlich guten Lohnentwicklung fiel die Rentenerhöhung in diesem Jahr nur sehr niedrig aus. Der Grund hierfür sind die Kürzungsfaktoren in der Rentenanpassungsformel, die kaum etwas von der Lohnentwicklung übrig lassen. Die Folge: Die massiven Kaufkraftverluste bei den Renten setzen sich auch in diesem Jahr fort.

 

Die Rentenanpassungen errechnen sich nach einer komplizierten Formel, die im Gesetz festgelegt ist und bei der jedes Jahr lediglich die aktuellen Werte eingefügt werden müssen. Für 2011 errech-nete sich eine Rentenanpassung von bundeseinheitlich 0,99 Prozent. Die maßgeblichen Faktoren wirken in 2011 wie folgt:

  • Grundlage der Rentenanpassung ist die Lohnentwicklung. Sie betrug in 2010 in den alten Bunesländern 3,10 Prozent und in den neuen Bundesländern 2,55 Prozent.
  • Der Riester-Faktor führt bei der Anpassung zu einem Minus von ca. 0,64 Prozentpunkten.
  • Der Nachhaltigkeitsfaktor berücksichtigt das zahlenmäßige Verhältnis von Rentnern und Beitragszahlern und macht sich mit einem Minus von ca. 0,64 Prozentpunkten bemerkbar.

Rein rechnerisch hätte dies eigentlich eine Rentenanpassung von 1,99 Prozent in den alten und 1,41 Prozent in den neuen Bundesländern ergeben, wenn da nicht noch der Ausgleichsfaktor ("Nachholfaktor") wäre. Mit ihm werden positive Rentenanpassungen so lange halbiert, bis die Anpassungskürzungen, die wegen der Nullrunden in den letzten Jahren nicht realisiert werden konnten, vollständig abgebaut sind.

 

Die Rentenanpassung in den alten Bundesländern wird daher auf 0,99 Prozent gekürzt. In den neu-en Bundesländern müsste sie eigentlich auf rund 0,71 Prozent gekürzt werden. Aber wegen des Angleichungsprozesses Ost darf sie nicht niedriger sein als in den alten Bundesländern. Diese "Schutzklausel Ost" bewirkt, dass die Renten in den neuen Bundesländern ebenfalls um 0,99 Prozent steigen.

 

SoVD: Kaufkraftverluste bei den Renten sind nicht mehr hinnehmbar

 

Die Rentenanpassung 2011 zeigt deutlich, dass die Rentenanpassungen von der Lohnentwicklung abgekoppelt sind. Die willkürlichen Kürzungsfaktoren in der Rentenanpassungsformel wirken so stark, dass selbst bei einer außergewöhnlich guten Lohnanpassung, kaum noch etwas für die Ren-tenanpassungen übrig bleibt.

 

Mit der Rentenanpassung 2011 werden sich die massiven Kaufkraftverluste der vergangenen Jahre fortsetzen. Seit 2004 haben die Renten um mehr als 10 Prozent an Kaufkraft verloren. Denn den rund 5 Prozent Rentenerhöhung von 2004 bis heute stehen steigende Beitragsbelastungen in der Kranken- und Pflegeversicherung von rund 2 Prozent und eine Inflation von voraussichtlich 13 Prozent gegenüber.

 

Deshalb fordert der SoVD die Abschaffung der willkürlichen Kürzungsfaktoren, insbesondere die

  • Abschaffung des Riester-Faktors, der bei den Rentenanpassungen abgezogen wird, obwohl die Verbreitung der Riester-Rente nach wie vor schlecht ist.
  • Abschaffung des Nachholfaktors, der nicht realisierte Anpassungskürzungen aus zurückliegenden Jahren berücksichtigt, die mit der aktuellen Lohnentwicklung nichts zu tun haben.

 

Bei Einzelfragen wenden Sie sich bitte an Ihre SoVD-Beratungsstelle. Die Anschriften der SoVD-Landes- und Kreisverbände erfahren Sie auch auf unserer Internetseite unter www.sovd.de.

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